Kirchen Veitshöchheim

pforte der vergebung24. Sonntag im Jahreskreis

Nicht nur siebenmal musst du vergeben, sondern siebenundsiebzigmal

Matthäus 18,21-35

Zum Sonntagsevangelium...

Liebe Mitchristen,

„Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen.“ Wir alle kennen diesen Ausspruch. Hätte der Diener im Gleichnis des heutigen Evangeliums sich an diese Lebensweisheit gehalten, wäre er am Ende sicher nicht im Gefängnis gelandet.

Ein Diener hat eine große Schuld beim König - kann sie nicht zahlen. Der König reagiert darauf mit Strenge. Der Diener gibt nicht auf, fleht den König um Aufschub an. Der König hat schließlich Mitleid mit ihm, lässt ihn gehen und erlässt ihm die ganze Schuld – 10.000 Talente. Das ist sehr, sehr viel. Ein Vermögen, das er sein ganzes Leben lang nicht verdienen kann.

Nun wäre ja eigentlich zu erwarten, dass der Diener vor lauter Freude darüber auch seinem Gefährten die Schuld erlässt. Aber nein. Kaum ist er draußen, hat er vergessen, was ihm gerade geschenkt worden ist. Er pocht bei seinem Schuldner auf Recht und treibt gnadenlos die vergleichbar unbedeutende Summe von 100 Denaren ein.

Wie der König davon erfährt, da kennt auch dieser keinen Pardon und voller Zorn verfährt er mit seinem Knecht in voller Härte – Gefängnis und Folter.

Und wie ist das heute? Man ist mit irgendjemandem im Streit, man wurde verletzt, beleidigt, vielleicht sogar geschädigt. Und jetzt bittet der andere um Vergebung. Kann ich mich darauf einlassen – ohne Wenn und Aber? Auch dann, wenn der Schaden bleibt?
Manche stellen sich die Lösung eines Konflikts anders vor: Nein nicht so. Da werde ich ja nur noch ausgenutzt. Einfach nur um Verzeihung, um Aufschub bitten, dann ist alles wieder gut?

Was man in solchen Situationen leicht übersieht – und das war eben der entscheidende Fehler des ersten Knechts: wir sind ja selbst Betroffene. Auch uns wird im Leben x-mal verziehen. Würde Gott uns nicht laufend vergeben, dass wir mit unserem Leben einigermaßen zurechtkommen, wären wir schon längst am Ende. Gott hat eine unbegreifliche Geduld mit uns.

Darauf will uns dieses Gleichnis hinweisen: Vergiss nicht, dass du selbst im Glashaus sitzt. Auch ich lebe ja nur, weil es die Vergebung, die Versöhnung gibt. Sei sie mit Gott oder mit den Mitmenschen.

Anton Müller
Foto: Pforte der Vergebung,
Lateranbasilika, Rom
Elfriede Klauer
In: Pfarrbriefservice.de

Aus dem Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit
trat Petrus zu Jesus
und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben,
wenn er gegen mich sündigt?
Bis zu siebenmal?
Jesus sagte zu ihm:
Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal,
sondern bis zu siebzigmal siebenmal.
Mit dem Himmelreich
ist es deshalb wie mit einem König,
der beschloss, von seinen Knechten Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann,
brachte man einen zu ihm,
der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte,
befahl der Herr,
ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß,
zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Knecht vor ihm auf die Knie
und bat: Hab Geduld mit mir!
Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr des Knechtes hatte Mitleid,
ließ ihn gehen
und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Knecht hinausging,
traf er einen Mitknecht,
der ihm hundert Denáre schuldig war.
Er packte ihn,
würgte ihn
und sagte: Bezahl, was du schuldig bist!
Da fiel der Mitknecht vor ihm nieder
und flehte: Hab Geduld mit mir!
Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht,
sondern ging weg
und ließ ihn ins Gefängnis werfen,
bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die Mitknechte das sahen,
waren sie sehr betrübt;
sie gingen zu ihrem Herrn
und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen
und sagte zu ihm: Du elender Knecht!
Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen,
weil du mich angefleht hast.
Hättest nicht auch du
mit deinem Mitknecht
Erbarmen haben müssen,
so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern,
bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln,
wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

 

Zu neuen Ufern

Gefährlicher Gegenwind, web ausgestreckte Handpbservice.debedrohliche Wogen,
Sturmböen,
Turbulenzen,
gurgelnder Abgrund,
Todesangst.

Jede Erscheinung
wird zum Gespenst,
zum Zerrbild der Hoffnung,
zur verlorenen Hoffnung.
Hilfe ist nicht zu erwarten.

Glauben – Hoffen – Lieben?
Bin ich getragen,
wenn ich Jesus fest im Blick behalte?
Spüre ich die haltende Hand,
die sich mir entgegenstreckt?

 

Dorothee Sandherr-Klemp (zu Mt 14,22-33)
aus: www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de

Foto: pfarrbriefservice.de

18. Sonntag im Jahreskreis

Gebt ihr ihnen zu essen!

Hände mit geteilten Brotstücken

Foto: Dr. Paul Decker/pfarrbriefservice.de

Laden Sie sich den Impuls für diesen Sonntag als PDF-Datei hier herunter.

Sei unser Gott, der alle Welt
in seiner Liebe leitet,
halt deine Hand so wie ein Zelt
hoch über uns gebreitet.

Sei nah in allem, was geschieht,
und tief in allen Dingen,
sei unser Gott, der alles sieht,
und hör, was wir dir singen.

Sei überall, wo Menschen sind,
wo immer Menschen träumen,
so leise wie ein sanfter Wind,
der umgeht in den Bäumen.

Sei unser Gott, der mit uns zieht
mit seinem großen Segen,
sei unser Leben, unser Lied,
ein Licht auf allen Wegen.

Lothar Zenetti

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