Kirchen Veitshöchheim

Am Sonntag, 3. April 2022 fand in der Kuratie-Kirche ein Gottesdienst mit vielfältigen Impulsen, wichtigen Inhalten und bewegender Musik statt: Eine Kooperation der fairtrade-Steuerungsgruppe Veitshöchheim mit der katholischen Kirchengemeinde, die alljährlich am 5. Fastensonntag ein Thema des entwicklungspolitischen Hilfswerks MISEREOR in den Mittelpunkt stellt. Diese Jahr hieß es „Es geht! Gerecht.“. Insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel wurde das Thema Gerechtigkeit beleuchtet, denn der größte Anteil des CO2-Ausstoßes wird von den Industriestaaten verursacht, wogegen die ärmeren Länder die Konsequenzen der Erderwärmung besonders zu spüren bekommen. Da das auch Probleme sind, an denen die Engagierten für den Gerechten Handel arbeiten, lag es nahe, sich zusammen zu schließen, um diesen Fragen in einem Gottesdienst nachzugehen.

Als Blickfang stand vor dem Altar eine Waage. Zunächst wurde gesammelt, welche belastenden Gedanken im Raum sind, z. B. über das Klima, den Ukraine-Krieg, die Corona-Pandemie oder auch persönliche Fragen - alles durfte bedacht und aufgeschrieben werden. Mitglieder der Steuerungsgruppe sammelten Beispiele und legten symbolisch einige Zettel in die die Waagschale auf einer Seite. Die Texte aus der Bibel konnten eine Perspektive in die Zukunft geben. Das Evangelium, das von der Begegnung von Jesus mit der Ehebrecherin und den umstehenden Menschen erzählt, zeigt auf, dass der anklagende Blick auf ein Problem alleine nicht zur Lösung führen kann. Jesus gibt eine Handlungsperspektive, indem er jede und jeden auffordert, bei sich selbst mit der Reflexion und dem guten Handeln zu beginnen. Pfarrer Borawski weitete in seiner Predigt den Blick darauf, dass Recht allein noch nicht Gerechtigkeit bedeutet, sondern dass dazu auch Mitgefühl, Verbundenheit und nicht zuletzt Liebe gehören. Diese Aussagen wurden anschließend in konkrete Ideen umgesetzt, was die nächsten Schritte in Richtung Gerechtigkeit für die Einzelnen sein können - und wieder wurde die Waage belegt, allerdings auf der anderen Seite, sodass sie ihre Balance finden konnte.
In den Fürbitten wurden viele Anliegen aus der Nähe und Ferne vorgebracht und um Gottes Hilfe, Schutz und Begleitung gebetet.

Während des gesamten Gottesdienstes trug die Band „Die BÄND“ aus dem Dürrbachtal mit ihren schön arrangierten Liedern und den anspruchsvollen Texten zu einer stimmungsvollen Atmosphäre bei und regte mit dem einen oder anderen Satz zum Nachdenken an, z. B. „Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen, dein Reich komme, Herr!“, „Weniger ist mehr!“ oder „Unterwegs in eine neue Welt, wo ein Glaube uns zusammen hält.“

Zum Schluss dankte Pfr. Borawski allen Mitwirkenden für die gute Zusammenarbeit und Gestaltung. Mit dem Segen Gottes und dem Wunsch „Gehet hin in Frieden“ endete der Gottesdienst. Vor der Kirchentüre gab es einen Stand mit vielen fair gehandelten Waren zum Verkauf.

Roswitha Hofmann

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