Kirchen Veitshöchheim

Am 09.03.1970 wurde von 22 Frauen aus der Kirchengemeinde St. Vitus in Veitshöchheim der Zweigverein des Katholischen Deutschen Frauenbundes gegründet.
Durch sie entstand ein soziales Netzwerk, das mit regelmäßigen Treffen und gegenseitigen Besuchen gepflegt wurde.
Neben ihrer Familienarbeit und ihrer beruflichen Tätigkeit sorgten sie für ein reiches soziales Angebot in ihrem Heimatort Veitshöchheim.
Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 10.06.2022 wurde satzungsgemäß der endgültige Beschluss gefasst, den Zweigverein des Kath. Deutschen Frauenbundes Veitshöchheim zum 31.12.2022 aufzulösen. Leider war dieser Schritt notwendig, da keine Kandidatinnen für die Wahl eines neuen Vorstandes zur Verfügung standen.
Mit einem kleinen Büchlein von Anselm Grün „Dankeschön!“ bedankte sich das Vorstands-team schriftlich bei den Mitgliedern für ihre Treue und für ihr persönliches Engagement im Zweigverein.
Um auf die mit Freude erfüllten 52 Jahre und die lebendige Gemeinschaft des Zweigvereins zurückblicken, der verstorbenen Mitgliedern zu gedenken und sich zu bedanken, wurden die Mitglieder zur Feier eines Dankgottesdienstes am Samstag, 19. November 2022 um 18.00 Uhr in der Vitus Kirche eingeladen.
Pfarrer Christian Nowak sprach im Gottesdienst voller Wertschätzung seinen Dank für die zurückliegenden Jahre des Engagements der Mitglieder aus.
Auch in den Fürbitten wurde für das Engagement der Frauenbund Mitglieder gedankt:

Der Frauenbund hat viele Jahre das Leben in unseren Kirchengemeinden mitgestaltet und geprägt.

Mit vielen Andachten und Gottesdiensten haben die Frauen des Frauenbunds ihren Glauben gefeiert und weiter gegeben.

Eine große Zahl von Spenden wurde im Laufe der Jahre an soziale Einrichtungen oder Hilfsprojekte weitergegeben.

Der Katholische Deutsche Frauenbund ist ein Verband, der auch zu gesellschaftlichen Themen Stellung bezieht und sich für Gleichberechtigung und Respekt einsetzt.

Seit jeher ist ein achtsamer Umgang mit der Natur und der Mitwelt ein wichtiges Anliegen des Frauenbunds; von der gesunden Ernährung bis zum Engagement für den fairen Handel reichen die Initiativen.

Zur Gemeinschaft des Frauenbund gehörte ein gutes Miteinander.

Gebetet wurde
für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche, die daran mitwirken, dass das Reich Gottes hier sichtbar wird und sich entfaltet.
für alle die Heimat im Glauben suchen, aber auch für diejenigen, die ihre Charismen in der Kirche noch nicht einbringen können.
für die Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind und für alle, die ihre Kraft für den Dienst am Nächsten einsetzen.
für alle Politikerinnen und Politiker, die Verantwortung für die Zukunft unseres Landes und unserer Welt tragen.
für alle, die sich für Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, auch über den eigenen Tellerrand hinaus.
Auch wurde an die verstorbenen Mitglieder gedacht und für sie gebetet.

Am Ende des Gottesdienstes fasste die Gemeindereferentin Roswitha Hofmann, die in den letzten Jahren die geistliche Beirätin im Vorstandsteam war, Ihren Dank nochmals zusammen:
„Nun ist es so weit. Nach langen Überlegungen und Bemühungen, den Frauenbund in Veitshöchheim zukunftsfähig zu erhalten, setzen wir heute doch einen festlichen Schlusspunkt unter die vergangene Zeit dieses Frauenverbands.
Ist das denn nicht ein Grund, zu trauern, schweren Herzens Abschied zu nehmen?
Oder ist das ein Grund, ein Fest zu feiern?!
Ich denke, ja! Denn wir haben viel zu danken:
Wir danken allen Frauen, die in den vergangenen 52 Jahren hier in Veitshöchheim und auch darüber hinaus Verantwortung übernommen und die sich für die „gute Sache“ eingesetzt haben.
Wir danken für den Mut einiger Frauen, die vor mehr als einem halben Jahrhundert den Frauenbund gegründet haben.
Wir danken für das Durchhaltevermögen der Frauen, die den Verband durch die Jahre geführt und geleitet haben.
Wir danken für das große Engagement im kirchlichen Gemeindeleben. Hier war die Pfarrgemeinde als Ort von Vielfalt und Lebendigkeit erfahrbar. Es war aber auch ein Ort, wo Frauen selbstbewusst und leidenschaftlich ihren Platz in der Kirche einnehmen konnten und eingenommen haben.
Wir danken für die Gestaltung und Mitwirkung bei Veranstaltungen, die für alle Veitshöchheimer Bürgerinnen und Bürger von Interesse waren.
Wir danken aber vor allem auch für die vielen „guten Werke“, die im Hintergrund geschehen sind. Und das sind unzählige Begegnungen, Hilfeleistungen, Krankenbesuche, Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit, wenn man in die letzten 52 Jahre schaut.

Das ist in meinen Augen der größte Schatz, der im Rückblick auf die Zeit des Frauenbunds zu heben ist.

Und die gute Nachricht ist: Dass man voneinander weiß, dass man aufeinander schaut, dass man sich umeinander kümmert - oder dass man ganz einfach eine gute Zeit miteinander verbringt - das alles können wir getrost mit in die Zukunft nehmen.
Dass wir uns stützen und begleiten, dass wir einander Freundinnen und Freunde sind, dass wir uns nicht aus den Augen verlieren, auch, dass wir bewusst als Christinnen und Christen leben - ich denke, das verdient weiterhin viel Engagement von Frauen und auch Männern hier vor Ort.

Ich wünsche mir, dass (vor allem) die Frauen des Frauenbunds auch in der kommenden Zeit daran festhalten. Und ich bin mir sicher, dass unser menschenfreundlicher Gott dieses Bemühen wohlwollend begleiten und unterstützen wird. Deshalb möchte ich jetzt um seinen Segen dafür bitten.“

Der Zweigverein wird auch in diesem Jahr wieder an soziale Einrichtungen spenden. So wird an das Malteser Kinder Palliativ Team und an den KDFB Afghanistan eine Spende überwiesen. Für den Spielenachmittag in der Caritas Sozialstation St. Stephanus wurden neue Spiele angeschafft.
Persönlich konnte eine Spende von € 500,00 an die Botschafterin der Kindernothilfe –Kirsten Hummel- übergeben werden.
„Die Kindernothilfe unterstützt damit ihren Partner in der Republik Moldau an der Grenze zur Ukraine.
Millionen Kinder und ihre Familien sind auf der Flucht in die angrenzenden Länder. Nachbarländer wie Moldawien und Rumänien sind besonders belastet, weil sie zu den ärmsten Ländern in Europa zählen.
In Notunterkünften werden die Geflüchteten aus der Ukraine untergebracht und vor allem die Kinder psychologisch betreut. Denn viele Mädchen und Jungen sind durch Krieg und Flucht traumatisiert. Mit Spendengeldern wird diese wichtige Arbeit vor Ort unterstützt und Kindern und ihren Familien geholfen!“
„Kirsten Hummel gratulierte den Mitgliedern des Katholischen Deutschen Frauenbundes Veitshöchheim sehr herzlich zu den reichen Früchten ihrer Arbeit über eine so beeindruckend lange Zeit hinweg. Sie dankte den Frauen von Herzen, dass sie nicht nur segensreich in Veitshöchheim selbst gewirkt haben, sondern jetzt auch mit ihrer großzügigen Spende an die Kinder in der Welt, hier speziell an die Kinder in der Ukraine, gedacht haben.“
Bericht Andrea Huber
Bild: Irmgard Friedrich-Mehling
von links nach rechts: Gründungsmitglied Martina Härtlein und Maria Grötsch, Vorstandsteam Erika Blankart, Waltraud Sturm, Kindernothilfe Kirsten Hummel, Pfr. Christian Nowak, Vorstandsteam Gisela Cronimus-Hohmann, Andrea Huber, Roswitha Hofmann, geistliche Beirätin

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