Kirchen Veitshöchheim

Ökumenische Abendandacht in der Kuratie

Zu diesem Vers aus Psalm 31 hat die Künstlerin Lilian Moreno Sanchez das MISEREOR-Hungertuch 2021 gestaltet.

Pfarrer Robert Borawski, Gemeindereferentin Roswitha Hofmann und Diakonin Claudia Grunwald luden zu einer ökumenischen Abendandacht in die Kuratie, um über das Motiv und die biblischen Worte nachzudenken.
Gemeindereferentin Roswitha Hofmann gab gleich zu Beginn des Gottesdienstes eine Einführung in das Hungertuch, dessen Motiv aus drei Teilen zusammengesetzt ist. Grundlage der Künstlerin war ein Röntgenbild. Es zeigt den Fuß eines Menschen, der im Jahr 2019 in Chile bei Demonstrationen von der Militärpolizei verletzt wurde. Das Motiv, gestaltet auf gebrauchten Bettlaken, birgt beim genaueren Hinsehen weitere Entdeckungen: Schwarze Kohle-Linien deuten die Umrisse des verletzen Fußes an. Falten und Nähte mir goldenem Faden erinnern an chirurgische Nähte und bleibende Narben. Goldene Blumen, ursprünglich das Muster des benutzten Stoffes, stehen für Kraft und Schönheit und setzen das Geschehen in ein göttliches Licht. Gelb-braune Flecken stammen von Leinöl.

Auch die staubigen Flecke sind Absicht. Die Künstlerin hat dafür in Santiago de Chile am Platz des Geschehens, am Ort der Verletzung, Straßenstaub in den Stoff gerieben. Im Motiv des Hungertuchs zeigt sich neben aller menschlichen Verletzlichkeit aber auch die innere Kraft, mit Gottes segnender Begleitung, mit Solidarität, Hoffnung und Liebe die Welt und das Zusammenleben aller zum Guten voranzubringen.

Diese Gedanken griff Pfarrer Robert Borawski auch in seiner Predigt zu dem Psalmwort auf: „Gott stellt unser aller Füße auf einen weiten Raum – auch in diesen Zeiten.“

In einer gemeinsamen Aktion wurden Fürbitten formuliert und eingesammelt. Nach dem Vortragen der Bitte wurden die Gebete neben das Hungertuch geklammert. Mit Gottes gutem Segen wurden am Ende alle in den Freitagabend verabschiedet.

Es tut gut, immer wieder in ökumenischer Verbundenheit miteinander Gottesdienst zu feiern.

Die nächste Gelegenheit dazu ist übrigens am frühen Ostermorgen: 4. April, 6 Uhr, Friedhof an der Martinskapelle. Bitte beachten Sie dazu die nötigen Anmelde-Formalitäten der beiden Kirchengemeinden.

Jens Grunwald

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